Herzklappen-Operation

   

Die Herzklappen befinden sich innerhalb des Herzens zwischen den Vor- und den Hauptkammern des Herzens und an den Ausgängen der Hauptkammern.

 

Darstellung gesunder Herzklappen.

 

Herzklappen arbeiten als Ventile, indem sie die Fließrichtung des Blutes innerhalb des Herzens regeln. Sie bewirken, dass Blut stets nur aus den Vorkammern  in die Hauptkammern und von den Hauptkammern in die Hauptschlagadern strömt.

Entwicklung, Ursachen und Symptome von Herzklappenerkrankungen

Das menschliche Herz besitzt 4 Herzklappen, die als Ventile den Blutstrom lenken und in unterschiedlicher Häufigkeit von Erkrankungen betroffen sind. Man unterscheidet Klappen, die Vorhöfe von den Herzkammern trennen (Tricuspidal- und Mitralklappe) von den Klappen, die den Ursprung der großen Arterien bilden (Pulmonal- und Aortenklappe). Am häufigsten erkrankt sind die Klappen auf der linken Seite des Herzens (Aorten- und Mitralklappe), da diese der höchsten Druckbelastung ausgesetzt sind.

Die Ursachen für eine Verengung (Stenose) oder Undichtigkeit (Insuffizienz) von Herzklappen sind vielfältig. Nachdem durch die Einführung von Antibiotika das rheumatische Fieber hierzulande selten geworden ist, bilden angeborene Gewebsschwächen oder Formveränderungen die häufigsten Ursachen für Klappenerkrankungen. Die zunehmende Funktionsunfähigkeit entsteht dabei im Lauf von Jahrzehnten, so daß häufig ältere Menschen betroffen sind. Entsteht innerhalb kurzer Zeit durch einen Herzinfarkt oder eine bakterielle Entzündungen eine Klappenerkrankung, so wird diese sehr schlecht toleriert mit der Folge, daß häufig kurzfristig oder gar notfallmäßig operiert werden muß.

Klappenerkrankungen führen zu einer Pumpschwäche oder einem Blutstau vor dem Herzen. Eine Leistungsminderung oder Luftnot, zunächst nur bei Belastung, sind typische Folgeerscheinungen. Tritt im Zusammenhang mit einer Klappenerkrankung ein Brustschmerz oder kurzdauernde Bewußtlosigkeit auf, so sind dies Alarmzeichen, die oft eine dringliche Operation erfordern.

 

Was kann getan werden, um verengte oder undichte Herzklappen wieder funktionsfähig zu machen?

In vielen Fällen, vor allem, wenn der Herzklappenfehler noch nicht allzu weit fortgeschritten ist, kann der Arzt versuchen, mit Medikamenten zu helfen.

Wenn der Herzklappenfehler ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat ist die Behandlung mit Medikamenten nicht mehr ausreichend. In diesen Fällen muß dann der Herzchirurg helfen und eine „Herzklappen-Operation“ durchführen.

Was ist eine Herzklappen-Operation?

Ziel der Operation ist es, die normale Herzklappenfunktion wiederherzustellen bevor der Herzmuskel so stark geschädigt ist, daß sich nach der Operation die Herzfunktion nicht mehr verbessern kann. Eine rechtzeitig durchgeführte Operation kann entscheidend die Lebensqualität und das Überleben verbessern. Für die meisten Patienten bedeutet dies, daß die erkrankte Herzklappe gegen eine Herzklappenprothese ausgetauscht wird. Zur Auswahl steht heute eine Vielzahl unterschiedlicher mechanischer oder biologischer Herzklappentypen und Operationsmethoden, die individuell entsprechend dem Alter, den Lebensgewohnheiten und dem Befund bei der Operation ausgewählt werden und langfristig haltbar sind. Bei einigen Patienten kann auch die eigene Herzklappe repariert und erhalten werden. Ob dies möglich ist, stellt sich endgültig aber erst bei der Operation heraus.

Fluegelklappe

TEKNA (Duromedics)
Kunststoff- Doppelflügelventil

Bioklappe

Carpentier Edwards
Schweine-Bioprothese

 

Zunächst wird  das Herz freigelegt. Als nächstes wird die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Hierzu wird ein Plastikschlauch sowohl in die Hauptkörperschlagader als auch in die beiden Hohlvenen eingeführt. Aus den Hohlvenen wird das verbrauchte Körperblut in die Herz-Lungen-Maschine eingesaugt, hier von Kohlendioxid befreit, mit Sauerstoff angereichert, gefiltert, von Luftblasen befreit und schließlich wieder in die Hauptkörperschlagader zurück gepumpt. Die Herz-Lungen-Maschine leitet das Blut also am Herzen vorbei und hält den Kreislauf in Gang, auch wenn das Herz kurz nach Anschluß der Maschine durch Einspritzung einer eiskalten Speziallösung stillgestellt wird.

Wenn das Herz stillgestellt wurde, eröffnet der Chirurg die Vor- oder die Hauptkammer des Herzens, je nachdem, welche Herzklappe ersetzt oder repariert werden muß. Er schneidet die zerstörte Herzklappe heraus und legt in den Rand des Loches, in das nun die Prothese eingesetzt werden soll, dutzende von feinen Fäden. An diese Fäden wird nun die Herzklappenprothese angenäht. Wenn die Klappe auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft wurde, wird zunächst die „Arbeitsöffnung“ in der Wand der Vor- oder Hauptkammer des Herzens wieder verschlossen.

Nachdem die Herzklappe eingesetzt wurde und alle Nahtstellen blutdicht sind, wird das Herz durch einen kurzen Elektroschock wieder zum Schlagen angeregt.  Wenn es seine Arbeit wieder aufgenommen hat schaltet man die Herz-Lungen-Maschine langsam wieder ab und Herz und Kreislauf nehmen ihre normale Tätigkeit wieder auf. Zum Abschluß der Operation wird das Brustbein durch Drähte wieder fest und stabil zusammen genäht, ein feines Kabel für einen Sicherheitsschrittmacher angeschlossen, die sogenannten Drainage-Schläuche gelegt